Wochenberichte von Segelflugreferent Peter Bohne

Runde 4, Bericht vom 24.05.2007:

Hallo Freunde,

hier wieder eine kurze Bilanz des letzten Wochenendes.

Zunächst der Wetterbericht, diesmal für Samstag, der Tag, an dem ich geflogen bin (Sonntag war noch schwächer):
Schlagzeile:
ueberwiegend maessige bis gute Blauthermik
Wetterlage:
Eine Hochdruckbruecke reicht von Frankreich ueber Sueddeutschland hinweg zum Baltikum. Gleichzeitig erstreckt sich das Wolkenband einer schwachen Kaltfront von Nordfrankreich ueber Nordrhein-Westfalen nach Schleswig-Holstein. Es verlagert sich kaum noch nach Osten und wird schwaecher.
Wolken und Niederschlag:
Ueber dem Flachland bleibt es weitgehend wolkenlos. Nur ueber den oestlichen Mittelgebirgen und den Alpen bilden sich am fruehen Nachmittag wenige kleine Cumuli mit einer Basis zwischen 2000 und 2500 m. Auch ueber Franken entstehen gegen Mittag 1 bis 3 Achtel Cumuli in einer Hoehe um 1600 m. Zusaetzlich ziehen ueber Unterfranken noch 3 bis 6 Achtel Altocumulus oberhalb 2500 m hinweg.
Thermik:
Ueber Suedbayern nachmittags allgemein gute Blauthermik. Ueber den Alpen reicht sie bis nahe 3000 m, ueber dem Flachland bis 2000 m. Nach Nordenschliesst sich eine Zone mit maessiger Blauthermik bis nahe 2000 m an. Je nach aufkommender Abschirmung ist die Thermik ueber Franken maessig bis maximal 1600 m, ueber Unterfranken auch schwach.

Um es kurz zu machen: es blieb blau, vereinzelte Cumuluswolken sahen wir leider nur in weiter Ferne am Horizont. Wir versuchten unser Glück im 3er-Team. Wir, das waren Gunther, Stefan und ich, wobei Gunther leider gleich zu Beginn unseres Fluges nach Osten abdrehte, da er außerhalb der Luftraumgrenzen höher steigen wollte. Leider gab die Thermikhöhe aber sowieso nicht mehr her, erst gegen Nachmittag ereichten wir ca. 1300m über Hersbruck.

Die Blauthermik war relativ verlässlich, lediglich die geringe Arbeitshöhe störte etwas. Es bildeten sich typische Warmluftblasen, die einem einen halben Kreis mit 2,5 m/s Steigen bescherten, und im nächsten Kreis wieder 1 m/s sinken. Lediglich einige wenige Aufwinde konnten wir schön rund zentrieren, und bis zur Sperrschicht ausnutzen. Stefan und ich flogen dann über Neumarkt, Thalmässing bis Eichstätt (wo ich beinahe gegründelt hätte), und nach einem letzten Aufwind ca. 10km SW Eichstätt wieder zurück Richtung Heimat. Östlich Hersbruck beschlossen wir, es noch ein Stück nach Norden zu versuchen. Der Veldensteiner Forst spendierte uns prompt einige runde Aufwinde. Ein Stückchen nördlich Pegnitz wendeten wir wieder Richtung Hersbruck. Nach einem wettbewerbsoptimierten, durch detaillierte Landschaftseindrücke sehr abwechslungsreichen Endanflug ;-) erreichten Stefan und ich wieder den Platz.

Leider wurde unser aufopferungsvoller Einsatz nicht belohnt, da wir wieder nur den einen Ehrenpunkt erfliegen konnten. Viel mehr als ein 60er Schnitt war halt nicht drin. Die Schwäbische Alb und die Alpen boten einfach bessere Wetterbedingungen.

Hier der Link zur 4. Runde

Trotzdem war es ein schöner und erlebnisreicher Tag, an dem man wunderbar die Aufwindsuche nach Bodenmerkmalen (Steinbrüche, Wälder, Abrisskanten) trainieren konnte

Jetzt belegen wir mit 29 Punkten Rang 12 von 30 teilnehmenden Vereinen in der 1. Segelflug-Bundesliga. Abgesehen von den Alpenfuzzis sind wir der 1. bayerische Verein!

Vielleicht klappt es ja schon am kommenden Wochenende wieder besser; je mehr Piloten, desto mehr Chancen!

Bis bald auf dem Flugplatz,
Peter

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