Wochenberichte von Segelflugreferent Peter Bohne
Runde 5, Bericht vom 31.05.2007:
Hallo Freunde,
hier wieder die News des letzten Wochenendes.
Das Wetter stand an beiden Tagen ganz im Zeichen hoher Labilität mit Überentwicklungen und kräftigen Gewittern.
Hier das Samstagswetter:
Schlagzeile:
Maessige Thermik, weil am Nachmittag haeufig durch Ueberentwicklungen
gestoert.
Wetterlage:
Auf der Vorderseite eines Hoehentroges fliesst mit einer suedwestlichen
Hoehenstroemung weiterhin feuchte und labile Warmluft nach Sueddeutschland
ein.
Wolken und Niederschlag:
Unter einzelnen Cirrusfeldern bilden sich gegen Mittag 1 bis 3 Achtel
Cumuli bei 1800 Meter. Im Nachmittagsverlauf entwickeln sich erneut
Waermegewitter, die ueber den Suedhaengen der Mittelgebirge und inneralpin verstaerkt auftreten weden.
Thermik:
Aufgrund der zu erwartenden Ueberentwicklungen nur maessig. Die
Arbeisthoehen erreichen 2400 Meter.
Geflogen sind am Samstag Reinhard, Gunther und ich, am Sonntag Stefan, Gunther und Klaus, wobei das Wetter an beiden Tagen sehr ähnlich war. Man hatte immer gute Chancen sehr, sehr nass zu werden, und den Platz nicht mehr zu erreichen.
Gunther verstieß am Samstag erfreulicherweise wieder gegen die goldene Regel, nie schneller als sein ehemaliger Lehrer zu fliegen, und führte mit 77,83 km/h die Wertung an (Super!!!), dann folgten Stefan (Sonntag) und ich (Samstag) mit knapp 66 km/h, vor Klaus (Sonntag) und Reinhard (je 62km/h).
Hier eine Schilderung unseres Samstagsfluges:
Nachdem bereits beim Start ein grosser CB (Cumulonimbus=Gewitter) drohend im W stand, entschloss ich mich zum Abflug nach O, Richtung Amberg. Schließlich wendete ich am Monte Kaolino, und beschloss an der Südkante des CB entlang (mit respektablem Sicherheitsabstand!) nach SW zu fliegen, immer in der Hoffnung nach dem Durchzug des Gewitters Hersbruck wieder anfliegen zu können. Bei teilweise recht guten Steigwerten, flogen wir Richtung Neumarkt, Roth und Gunzenhausen (Gunther voraus, Reinhard aufgrund der Startreihenfolge etwas später hinterher).
Während Gunther und Reinhard sich beim Rückflug wieder trafen, und Richtung Amberg zurückflogen, blieb ich über Neumarkt hängen und schaffte es nicht mehr weiterzukommen. Offensichtlich war die Absaugwirkung des CBs so stark, dass es selbst in 10-15km Entfernung nicht mehr möglich war, einen Aufwind zu zentrieren. Es traten teilweise rotorähnliche Turbulenzen auf! Gunther berichtete über Funk aus Amberg von dem gleichen Phänomen. Ich muss gestehen, dass ich so etwas in 30 Jahren Segelflug noch nicht erlebt habe.
Da der Heimflug immer noch durch den CB mit erkennbarem Starkregen verwehrt war, entschloss ich mich aus ca. 1200m Höhe (300 plus auf dem Endanflugrechner) zur Sicherheitslandung in Neumarkt (Flugplatz). Reinhard und Gunther landeten in Amberg (Flugplatz).
Rückblickend waren das richtige Entscheidungen, da wir die Flugzeuge bequem in den Hallen unterstellen und das Gewitter abwarten konnten.
Ich wurde in Neumarkt wirklich sehr freundlich aufgenommen, und erfuhr interessante Dinge.
So erzählte mir einer der Neumarkter, dass es hier nie gewittert, da Neumarkt in einer Mulde liegt und sich daher hier immer ein "Hoch aufbaut"!! 20 min später war das Gewitter mit Starkregen da. Dann erfuhr ich noch, dass es jetzt "Blasen regnet", ein deutliches Zeichen für lange anhaltenden Regen!! 5 min. später hat es dann aufgehört :-)!
Es war also ganz witzig, und die Leute wirklich sehr nett und hilfsbereit!
Gelohnt hat sich der Aufwand auch, so belegten wir in Runde 5 der BL Rang 8 mit 13 Punkten, und liegen jetzt mit 42 Punkten auf Rang 10 der 1. Bundesliga (von 30 Vereinen).
Hier der Link zur 5. Runde
So kann es ruhig weitergehen!
Bis bald,
Peter
