Wochenberichte von Segelflugreferent Peter Bohne

Runde 7, Bericht vom 13.06.2007:

Hallo Freunde,

ich begrüße Euch zur neuen Ausgabe unserer Streckenfluginfo.
Das Wetter des letzten Wochenendes war am Samstag hui, am Sonntag pfui!

Hier der Samstagswetterbericht:
Schlagzeile:
Gut. Von Westen her und in den Alpen durch Ueberentwicklungen gestoert.
Wetterlage:
Anfangs noch schwacher Hochdruckeinfluss in hochreichend labil geschichteter Warmluft. Von Westen zieht ein Hoehentrog herein und bringt verbreitet Gewitter.
Wolken und Niederschlag:
Fast wolkenlos. Ab 11 Uhr bilden sich 2 Achtel Quellwolken in 1900 Metern. Die Untergrenze steigt im Osten auf 2600 Meter. In der Westhaelfte und in den Alpen werden die Quellwolken rasch hochreichend. Hier bilden sich kraeftige Gewitter. Die Gewittertaetigkeit dehnt sich langsam nach Osten aus.
Thermik:
Im Osten gut. In der Westhaelfte und in den Alpen durch Ueberentwicklungen stark gestoert.

Das hörte sich prinzipiell nicht schlecht an; die große Frage war jedoch, ob es über den thermisch aktiveren Mittelgebirgen zu Überentwicklungen kommen würde.

Während Stefan beim Wettbewerb auf Burg Feuerstein seinen ersten Wertungsflug absolvierte (Super: er bretterte mit einem 116er Schnitt auf den 2. Tagesplatz!), versuchten wir (Gunther, Reinhard, Manfred, Joachim und ich) unser Glück in der Heimat.

Hier mein Flugbericht:
Nach dem Start bot sich mir folgende Wetteroptik: bombige, dicke Cumulus im N, und nach O ca. 1/8, also eher spärliche Bewölkung. Um Hersbruck fast blau. So beschloss ich, meinen ursprünglich geplanten Abflug nach O zu vergessen, und die gute Entwicklung im N anzufliegen. Leider trennte mich vom guten Wetter im N noch ein größeres blaues Loch (ohne CU), aber, naja, erstmal abfliegen (Ha, da komme ich doch mit meinen 950m Höhe locker hin!). Das Loch habe ich dann, wahrscheinlich durch meine altersbedingte Fehlsichtigkeit, doch etwas unterschätzt, und so konnte ich in Ruhe das Fränkische Wunderland bei Plech näher betrachten.

Gunther und Reinhard waren mittlerweile nach Osten abgeflogen, und berichteten von guten Bedingungen. Reinhard hatte übrigens die LS 8 mit Wasser betankt. Vermutlich um uns durch die überlegene Performance der LS 8 mit Wasser nicht zu sehr zu benachteiligen, flog er den ganzen Tag mit ausgefahrenem Fahrwerk. Selbst das erhöhte Fahrtgeräusch und die ziegelsteinähnlichen Vorflugeigenschaften nahm er aus Trainingsgründen in Kauf, und hielt es wirklich konsequent bis zur Landung durch!
Oder zumindest fast ...

Aber nun zurück zu meinem Flug. Ich hatte mich mittlerweile wieder hochgearbeitet, flog dann nach N unter dem (Luftraum-)Deckel heraus, und folgte einer parallel zur Nürnberger Luftraumgrenze verlaufenden Wolkenaufreihung nach W. Ein Weiterflug nach N schien mir zu diesem Zeitpunkt nicht sinnvoll, da die Wolken teilweise schon ausschauerten, und das Wetter über dem Fichtelgebirge deutliche Überentwicklugstendenzen zeigte. Außerdem hörte ich im Funk, dass es über Kulmbach bereits regnet! Ca. 25km. östl. Burg Feuerstein habe ich bei absinkender Basis und deutlich schlechterer Sicht gewendet, und bin zurück nach Osten, schmuggelte mich zwischen den vielfältigen Luftraumbeschränkungen hindurch, und flog dann über Velden - Amberg - Schwandorf bis ca. 5km östl. Cham, wo mich ein dicker Schauer auf Kurs zur Umkehr zwang (später sah ich an dem Flug von Alex Müller, dass man das Ding sehr wohl hätte umfliegen können).

Also gewendet und wieder zurück; Reinhard und Gunther flogen mittlerweile wieder Richtung Fränkische Schweiz, und auch ich überlegte, ob ich den gleichen Weg zurück nehmen sollte. Die Entwicklung Richtung N schien mir aber vielversprechender, und nach dem traditionellen blauen Loch (diesmal war ich aber schön hoch), bot sich mir ein toller Anblick (schau, schau, eine Wolkenstraße ... :-) ). Die Wolkenstraße bin ich dann bis zum Fichtel entlanggeritten, und dann wieder zurück bis südöstl. Weiden. Anschließend folgte ein langer Endanflug über 59km Richtung Heimat.

Das Ergebnis für unser Bundesliga-Team war ein 9. Platz mit 12 Punkten in Runde 7 (Stefan 107 km/h, Peter 106 km/h und Reinhard 89km/h); jetzt liegen wir in der Tabelle mit 67 Punkten auf Platz 6, übrigens vor Vereinen wie Bayreuth und Ansbach!!!

Hier der Link zur 7. Runde

Fairerweise muss ich aber zugeben, dass es in der Luft an diesem Tag recht schwierig war, die Wetterlage einzuschätzen. War man zur richtigen Zeit am richtigen Ort, dann lief es super.

Stefan hatte heute (Mittwoch) seinen 2. Wertungstag, leider liegt noch kein Ergebnis vor. Schaut bei Interesse einfach selber mal auf die Sportklasse Spezial Homepage.
Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es hier.

Tschüß, bis bald,
Peter

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