Hersbrucker Zeitung vom 05./06.09.98
Schüler erstmals alleine im Cockpit
Premiere bei Luftsportgemeinschaft: So viele Prüfungen wurden noch nie in einer Woche abgelegt
                             Geschafft: Zwei Hersbrucker Segelflieger nach mehrstündigen Streckenflug im Endanflug auf den Heimatflugplatz.
                                                                                                                                                                                                    Foto: Stefan Harries

Das gab es noch nie auf dem Hersbrucker Segelfluggelände: Innerhalb einer Woche absolvierten vier Flugschüler ihren ersten Alleinflug im Segeflugzeug.
Gleich zu Beginn des diesjährigen Fluglagers am Montag kam die erste Überaschung: Der Fluglehrer stieg nach einigen Sonderübungen aus und lies einen verbüfften Schüler zu seinem ersten Alleinflug starten. Der 17-jährige Nicolai Abé meisterte die aufregende Aufgabe mit Bravour, so daß er nach dem zweiten und dritten Alleinflug die sogenannte A-Prüfung bestanden hatte.
Ohne Verschnaufpause für die Fluglehrer Guido Heubusch und Jürgen Wilken, die mit den Schülern "mitschwitzen", folgten die ersten Alleinflüge von Florian Zagel (15) und Peter Schwibs (19). Heinz Vestner (15) durfte am Mittwoch die Freiheit des Fliegens zum ersten mal ganz alleine im Kunststoffdoppelsitzer "Twin Astir" genießen.Die vorangegangenen Sonderübungen umfaßten neben Landungen aus ungewohnter Position auch Seilrißübungen, bei der die Fluglehrer ohne Vorwarnung mitten im Windenstart das Schlepseil ausklinkten um die richtige Reaktion des Schülers in dieser Situation zu prüfen.Die Ausbildung zum Piloten bildet die Grundlage, um den Sport Segelfiegen betreiben zu können. So konnte das gute Wetter am Mittwoch zu Streckenflügen über mehr als 300 km Länge genutzt werden. Die höchste Punktzahl für die Deutsche Meisterschaft im Streckensegelflug erzielte nach einer komplizierten Bewertung, in die Distanz, Schwierigkeit der Aufgabe sowie Leistungsfähigkeit des Segelflugzeuges eingehen jedoch ein Flug über 240km mit dem zweiten Twin Astir der Hersbrucker Segelflieger.Die Abende am Lagerfeuer und die gemeinsamen Nächte im Zeltlager rundeten die Fluglagerwoche ab und trugen zur lockeren und fröhlichen Atmosphäre bei.

Martin Unbehaun