Artikel über unseren Segelfluglehrerkurs für die Zeitschrift "Luftsport"

Die Veröffentlichung wurde leider durch die Gruppenfluglehrer des Luftsportverbandes Bayern aus nicht nachvollziehbaren Gründen verhindert.

Fluglehrerausbildung im Verein

Segelfluglehrer sind Mangelware – die Ausbildung zum Fluglehrer ist zeitintensiv und meist mit großen Einschränkungen für das persönliche Umfeld des Anwärters verbunden. Eine Alternative ist die Ausbildung von Fluglehrern in kleinem Rahmen im Verein.

So erwartete man dieses Jahr bei der Luftsportgemeinschaft Hersbruck (Bayern) mit Spannung den Anfang August auf dem Hersbrucker Segelfluggelände stattfindenden Lehrgang zur Ausbildung von Segelfluglehrern. Wie in so vielen Vereinen herrschte auch bei der LSG Hersbruck seit Jahren ein akuter Fluglehrermangel. Als größtes Hindernis zur Teilnahme an einem Lehrgang wurde bei den möglichen Lehreranwärtern meist die Tatsache genannt, dass die Ausbildung fernab der Heimatflugplätze stattfindet. Mögliche Interessenten haben also große Probleme, Lehrgang, Familienleben und Beruf unter einen Hut zu bringen.

Um diese Nachteile zu vermeiden, war es also nötig, einen neuen Weg in der Fluglehrerausbildung zu gehen. Schon 2001 wurde in Nordbayern (FAG Coburg) ein Vereins-Segelfluglehrerlehrgang initiiert. Die Leitung hatte der Landshuter Fluglehrer Manfred Ulbert. Es lag nun nahe, dieses innovative Konzept, nämlich Fluglehrer selbst mit den vereinseigenen Lehrern auszubilden, in Hersbruck weiter auszubauen und zu perfektionieren.

Für die ausbildenden Lehrer war es dabei eine besondere Motivation, nicht nur wie bisher Anfänger zum PPL“C“ auszubilden, sondern auch erfahrene Piloten auf Lehrerniveau anzuheben. Innerhalb des genau den Vorgaben der LuftPersV entsprechenden dreiwöchigen Lehrgangs musste jeder Lehreranwärter mindestens 80 Theoriestunden und bis zu 30 Ausbildungsflüge absolvieren. Den Teilnehmern, allesamt erfahrene Streckenflieger, kam dabei ihre große Segelflugerfahrung zu Gute. Bereits in den Monaten vor dem Lehrgang nutzten sie jede Gelegenheit, ihr praktisches Können unter den strengen Augen der Vereinsfluglehrer zu perfektionieren. Während des Lehrganges lag dann der Schwerpunkt eher in der Theorie. Im Rahmen der theoretischen Vorauswahlprüfung beim Luftamt Nordbayern hatten die Teilnehmer bereits ihr Können in den klassischen PPL-Fächern unter Beweis gestellt. Während des Lehrganges standen besonders die pädagogischen und didaktischen Aspekte des Lehrerdaseins, die für die Anwärter Neuland bedeuteten, im Mittelpunkt. Vor allem so erfahrene Ausbilder wie Egfried Trautenberg von der LSG Amberg, der schon in unzähligen Lehrerlehrgängen das pädagogische Fachwissen vermittelte, ließen den Unterricht nie langweilig werden. Aber auch die anderen Instruktoren – u.a. zwei Flugkapitäne – trugen wesentlich zum professionellem Ablauf des Lehrganges bei. Als positiver Aspekt dieser Lehrgangsform hat sich auch die Zusammenarbeit der beteiligten Luftsportvereine gezeigt. Neben der LSG Hersbruck als Ausrichter und dem LSV Landshut mit dem Lehrgangsleiter Ulbert waren an dem Projekt mit der LSG Amberg, der LSG Bayreuth, dem Aero Club Weiden, dem SFV Weißenburg und dem Postsportverein Nürnberg insgesamt sieben bayerische Vereine beteiligt. Dabei verstand sich diese Kursform keineswegs als Konkurrenz zu den seit Jahrzehnten bewährten, auf Verbandsebene organisierten zentralen Fluglehrerlehrgängen. Die Ausbildung auf Vereinsebene stellt eher einen alternativen, regionalen Weg dar. Auch die Zahl der Teilnehmer wurde bewusst auf fünf Anwärter beschränkt, um ein qualitativ hohes Niveau zu gewährleisten. Das Ergebnis jedenfalls war überzeugend: Alle fünf Teilnehmer bestanden auf Anhieb sowohl die theoretische, als auch die praktische Prüfung. Hervorzuheben ist dabei die freundliche und überaus konstruktive Zusammenarbeit mit dem Luftamt Nordbayern, wo die Organisatoren des Projektes schon in der Vorbereitungsphase hervorragende Unterstützung erfuhren.

Gerne geben die Verantwortlichen der Luftsportgemeinschaft Hersbruck ihre Erfahrungen mit diesem erfolgreichen Konzept auch an andere Vereine in Deutschland weiter.

 

Fotos vom Lehrgang